Nachwuchs bei Adebar: Vierlinge im Nest

Ein gutes Jahr für junge Störche - In Puls sitzen sogar vier Jungtiere im Horst.

Weißstorchgebietsbetreuer Jörg Heyna vom Nabu hat den Nachwuchs am 24. Juni im Beisein vieler Zuschauer beringt.
Text und Bilder von Ursula Werlich, Norddeutsche Rundschau am 02.07.2014

In der Gemeinde Puls ist man sehr stolz darauf, dass sich in jedem Frühjahr ein Storchenpaar einfindet, um auf dem hohen Holzmast auf dem Grundstück von Familie Boie sein Nest zu beziehen. Da dieser alte Holzmast aber inzwischen alt und morsch geworden war, wurde er gefällt und im Januar von Bürgermeister Jens Stöver, Gemeindevertreter Thomas Vanhöfen und Gemeindearbeiter Werner Grundmann durch einen Betonmast ersetzt. Gespannt warteten die Pulser Einwohner nun darauf, ob die Störche die neue Nisteinrichtung annehmen würden.

Sie wurden nicht enttäuscht: Vater Storch traf bereits am 3. März ein, Mutter Storch folgte am 30. März. Nachdem das große Nest inspiziert und noch einmal etwas ausgebessert worden war, stellte sich auch der erwünschte Nachwuchs ein – und zwar gleich in vierfacher Weise. ,,Es ist diesmal ein gutes Jahr für Jungstörche“, teilte Jörg Heyna (Bild Mitte) mit, ,,das Frühjahr war warm und trocken und das Nahrungsangebot ist üppig, darum gibt es in diesem Jahr zahlreiche Vierlinge.“
NR 02 07 2014 02 und 04Der Weißstorchgebietsbetreuer des Naturschutzbunds (NABU) war nach Puls gekommen, um wie in jedem Jahr die Jungstörche zu beringen.
Mit großem Interesse verfolgten große und kleiner Pulser Einwohner, wie sich Heyna mit Hilfe eines Hubwagens der Schenefelder Firma Wolfsteller in die luftige Höhe transportieren ließ und mit geübtem Griff die vier Jungvögel aus dem Nest nahm.
Die gut vier Wochen alten Störche wurden von Jörg Heyna und assistiert von Volker Wolfsteller zunächst gewogen und dann für die Beringung platziert. Drei von ihnen wurden mit 3500, 3200 und 3100 Gramm für kräftig und damit für gut entwickelt befunden. Bei dem vierten Storchenküken wurde mit nur 2400 Gramm ein erhebliches Entwicklungsdefizit festgestellt. ,,Er hat kaum eine Überlebenschance, denn er wird bei der Fütterung seiner Geschwister, die vermutlich zwei, vier und sechs Tage älter sind, immer zu kurz kommen“, stellte Heyna fest. Darum werde er ihn in die Aufzuchtstation nach Bergenhusen bringen.
Der Gebietsbetreuer betonte, dass er dort mit weiteren Jungstörchen zwar aufgepäppelt aber keineswegs auf den Menschen geprägt wird. ,,Im August wird er dann mit den anderen Jungstörchen aus Bergenhusen in den Süden fliegen“, verriet Heyna seinen aufmerksamen Zuhörern.

NR 02 07 2014 03Ganz behutsam: Felix darf Jörg Heyna beim Beringen der Störche assistieren

Die Beringung der Störche nahm Heyna gemeinsam mit den Kindern vor, die den Jungvögeln zwar etwas aufgeregt, aber ganz vorsichtig den Ring umlegten. 2014 ist ein gerades Jahr, aus diesem Grunde wurde das rechte Bein beringt. Danach durften die drei kräftigen Jungstörche wieder in ihr vertrautes Nest. Mutter und Vater Storch hatten dem ganzen Trubel aus sicherer Entfernung zugesehen. NR 02 07 2014 05,,Erst wenn Ruhe eingekehrt ist“, so Heyna, ,,werden beide wieder auf ihr Nest fliegen.“ 
Jens Stöver, Bürgermeister von Puls, freute sich über das große Interesse seiner Bürger an dieser Aktion und lud anschließend zu einem Umtrunk ein, während sich Jörg Heyna auf den Weg nach Vaale und Wacken machte, um dort ebenfalls Jungstörche zu beringen.


Geduldig wartet Vater-, oder Mutterstorch  auf dem Dach von Elly Söhren

Video von der Storchenberingung am 24. Juni 2014

 

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Unser Storchennest Pulsschlag 02/2014 
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Pulsschlag 07/2014

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