Die Meierei

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In dem Gebäude, in dem sich später die Landsparkassenfiliale befand. War von 1930 eine Meierei. Die Bauern brachten die Milch ihrer Kühe dort hin, um sie zu Butter, Käse Quark und Sahne verarbeiten zu lassen.

Heute wird die Milch direkt von den Höfen abgeholt. Man braucht sie zwar nicht mehr selbst anzuliefern, aber dafür muss man sehr pünktlich sein. denn die Lkw der großen Meiereien warten nicht. Auch der morgendliche Klönschnack fällt weg. Ende 1964 erschien ein Artikel des Bauernverbandes in der Zeitung, hier ein Ausschnitt, der unsere Meierei betraf.

Im Gespräch war das geplante Butterwerk und damit auch die Zukunít der Meiereigenossenschaft Puls. Ohne den Belangen der Genossenschaft vorzugreifen, sahen die Mitglieder des Bauernverbandes keine Veranlassung, ihre örtliche und gut wirtschaftende Meiereigenossenschaft aufzulösen bzw. einem Anschluss an das Butterwerk näherzutreten. Interessant war zu erfahren, dass die Butterqualität der Meiereigenossenschaft Puls in der Bewertung mit 19,75 Punkten über einen Punkt über der Durchschnittsbewertung des Butterwerkes liegt. Trotz allem wurde die Meierei 1972 geschlossen.

142a 800Gegründet im Jahre: 1890
Mitglieder / Lieferanten: 1960 45 Mitglieder 1972 34 Mitglieder
Einzugsgebiet: Gemeinde Puls
Hergestellte Produkte: Butter, Vollmilch und Sahne
Absatzgebiet: Firma Stuhrk, Itzehoe Butter- und Eierzentrale Nordmark
Betriebsaufgabe: 1972
Anschluss der Meierei: Nordbutter Hohenwestedt
Weitere Unterlagen gibt es leider nicht, da diese durch die Nordbutter Hohenwestedt 1994 vernichtet wurden. Meiereileiter waren Claus Hasche und bis zuletzt Willi Horst
 
 
 
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Meierei in Puls stillgelegt

Puls/ Hohenwestedt

Nachdem sich die Mitglieder der Meiereigenossenschaft Puls dem Milch- und Butterwerk II der Nordbutter Rendsburg angeschlossen haben und ihre Genossenschaft auflösten, ist am 1. September im feierlichen Rahmen die kleine Meierei in Puls stillgelegt worden.

Bereits am 1. September rollte schon der große Milchtankwagen aus Hohenwestedt durch die Ortsstraßen und holte die Milch von den Höfen ab. Damit geht wieder einmal die Geschichte einer kleinen Meierei im Zuge zum Großbetrieb zu Ende. Am 31.August hatte man die Eingangstür zur Meierei noch einmal mit Girlanden geschmückt, als die Mitglieder zum letzten Mal ihre Milch anlieferten und der Schornstein zum letzten Male den schwarzen Rauch der Kohlenfeuerung zum Himmel ansteigen ließ. Der Betriebsleiter, Meiereimeister Willi Horst, hatte zwölf Jahre lang mit großem Geschick die kleine Meierei zur Zufriedenheit seiner Bauern geleitet und bei den Qualitätsprüfungen für Meiereiprodukte manche Preise und Medaillen erringen können. Gerade ihm, der mit der kleinen Meierei im Dorfe so eng verbunden war, fällt der Abschied seines selbständigen Berufes in der eigenen Verantwortung besonders schwer.

Aber auch den Landwirten in Puls und Ausbeuten fällt der Abschied von ihrer kleinen Meierei sehr schwer, vor allem der alten Generation der Landwirte, die mit dem Dorfe, seinem Leben und seinen Geschehnissen eng verbunden sind. Für die Landwirte ist es eine Erleichterung, da die Milchanlieferung zur Meierei wegfällt und nunmehr die Milch vom Hofe abgeholt wird. Es hat aber auch den Nachteil, dass der Landwirt nunmehr die Milch pünktlich zum Abholen bereitstellen muss, denn der Milchwagen fährt genau nach Fahrplan.

Die alte Kesselanlage wird verschrottet, die technischen Anlagen ausgebaut und das Meiereigebäude zum Verkauf angeboten. Damit ist die Ära kleinen Meiereí in Puls zu Ende. Aber weitere kleine Meiereien werden diesem Beispiel folgen, da der Zug zu größeren, leistungsfähigeren Betrieben nicht mehr aufzuhalten ist.