Sandwege bereiten noch Sorgen

Puls in der Landeszeitung vom 1. Dezember 1961

Umgeben von einem Kranz blühender Dörfer und Ortschaften liegt das Dorf Puls mit seinen knapp 500 Einwohnern. Für den Beschauer scheinbar etwas ruhig und abseits von dem Verkehr der Bundesstraßen. Aber nur scheinbar, denn die Verbindungsstraße, die durch Puls geht und die Bundesstraßen 77 und 204 miteinander verbindet, wird zu 90% vom öffentlichen Verkehr genutzt. Außerdem gehen aus Puls direkte Verbindungsstraßen nach Reher, Schenefeld, Warringholz, Gokels, Seefeld und Beringstedt.

Hier aber liegt der Kummer der Gemeinde, die einzige durchgehend geteerte Straße ist die Landstraße von Schenefeld über Puls nach Beringstedt. Diese Teerdecke wurde vom Land Schleswig-Holstein bezahlt, aber die Teerung der Verbindungsstraßen von Ort zu Ort, deren es in Puls mehrere gibt, muss zu 50% von der Gemeinde selbst bezahlt werden. Daher ist es heute noch so, dass Sandwege Puls mit seinen umliegenden Ortschaften verbinden. Bürgermeister Holling, der seit 12 Jahren die Geschicke der Gemeinde lenkt, sagte dazu: „Wir können nur hoffen, dass dieses Problem in der nächsten Zeit gelöst wird, vielleicht ist es möglich, dass wir doch noch einige Zuschüsse für dieses Projekt bekommen."

Besonders stolz ist die Gemeinde Puls auf ihre eigene Schule, die am 31. Oktober ihr 50jähriges Bestehen feiern konnte und in der zurzeit 63 Schulkinder eine Ausbildung durch das Lehrerehepaar Lange erhalten. Die Gemeinde und ihr Bürgermeister mussten hart um die Schule kämpfen, um nicht der sogenannten Zentralschule angeschlossen zu werden. Die Schule ist auch der kulturelle Träger des Dorfes, Theaterstücke, Weihnachtsfeier, Vogelschießen und die Tanzschule würden mit ihr fortfallen.

Ferner finden wir in dem Dorf viele Landwirtschaftsbetriebe, zwei Bäckereien, ein Kolonialwarengeschäft, eine Meierei, einen Mühlenbetrieb, eine Sparkasse und nicht zuletzt zwei Gasthöfe. Die Meierei, die mit den neuesten Maschinen ausgerüstet ist, hat in der Milchlieferung die Millionengrenze längst überschritten. Auch einige größere Kiesgruben und eine neu erstellte Kieswäscherei finden wir in dem kleinen „großen“ Dorf.

Auch der Sport kommt zu seinem Recht, ein großer Sportplatz steht dem Sportverein zur Verfügung und eine Fußballmannschaft ist auch schon da, lediglich ein Schwimmbad fehlt der Gemeinde noch, bisher wurde immer der Mühlenteich in Schenefeld aufgesucht, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Puls in Kürze ein schönes Schwimmbad hat.

Stolz sagte Bürgermeister Holling zum Abschluss: „Wissen Sie auch, dass wir hier in Puls eines der ältesten Bauerndörfer sind?” Wahrhaftig, an vielen Bauerngehöften kann man heute noch Balken und Tafeln sehen, die von den Vorfahren aus dem 15. Jahrhundert stammen.

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Arbeiter beim Bau der Straße nach Schenefeld